Zwischen Berg und Himmel
– unter diesem Titel stand der Abend mit den beiden Extrembergsteigern Fabian Buhl und Felix Sattelberger, die auf Einladung der DAV-Sektion nach Weißenburg gekommen waren. Ein Vortrag über Bergtouren verspricht immer spektakuläre Bilder und spannende Erzählungen, aber was die knapp 200 Zuhörer im Wildbadsaal an Eindrücken mit nach Hause nehmen sollten, hatte wohl keiner vorher erwartet. Von den beiden jungen und sympathischen Protagonisten war Felix Sattelberger, der seine Wurzeln in Weißenburg hat und vor 2 Wochen im Rahmen der Sportlerehrung bereits im Landkreis zu Gast war, vielen bekannt - nicht zuletzt, da er Mitglied der Weißenburger Alpenvereinsektion ist und nach seiner Ausbildung im DAV-Expedkader schon mehrmals mit Vorträgen über seine Aktivitäten begeistert hat.
Fabian Buhl, der aus dem Allgäu stammt und heute in Südfrankreich lebt, hat seine Sportlerlaufbahn als Skifahrer begonnen. Erst spät hat er zum Bouldern und schließlich zum Klettern gefunden und wird heute als einer der vielseitigsten und innovativsten Alpinisten unserer Zeit angesehen. Er hat bei vielen Solobegehungen hoher Wände völlig neue Sicherungstechniken entwickelt. Nachdem er seine Passion für das Gleitschirmfliegen entdeckt hatte und von Alexander Huber bei einer Reise nach Pakistan in die Welt des Expeditions-Bergsteigens eingeführt wurde, lag sein Fokus in den letzten Jahren darauf, diese Disziplinen zu kombinieren. Akribisch hat er sowohl seine Flugtechnik als auch seine Expertise zur Wetterbeobachtung perfektioniert und konnte das Potenzial, das er in dieser neuen alpinen Variante sah, bei mehreren Touren bestätigen. Für sein Traumziel – eine Kombi-Tour in Patagonien – holte er seinen langjährigen Freund und Kletterpartner Felix mit an Bord. Dieser besaß zwar die erforderliche Klettertechnik und alpine Erfahrung, musste aber das Gleitschirmfliegen erst noch erlernen und in kurzer Zeit auf ein Niveau bringen, welches sicheres Agieren in der Thermik von Hochgebirgen gefahrlos ermöglicht. Felix erwies sich nicht nur als guter Flugschüler, sondern auch als Glücksbringer bei der Expedition nach Patagonien.
Für alle ambitionierten Bergsteiger stellen die Gipfel des Cerro Torre und Fitz Roy Traumziele dar und alle müssen mit den extremen Wetterverhältnissen in dieser Region klarkommen, die innerhalb mehrerer Wochen oft nur ganz wenige kurze Zeitfenster für Besteigungen zulassen. Direkt nach ihrer Anreise befanden sich Felix und Fabian in einem anhaltenden Schönwetter Paradies und konnten bereits am zweiten Tag eine Gipfeltour unternehmen – in der von Fabian perfekt geplanten Variante: Gleitschirmflug von einem geeigneten Startplatz nahe der Stadt El Chalten bis zum Wandfuss – Aufstieg im mixed Alpinstil auf den Gipfel der Aguja Guillaumet über den Nordgrat– mit einem leichten Gleitschirm zurück zum Wandfuss – Gleitschirmflug zurück nach El Chalten. Diese Climb & Fly Combo war eine Premiere, denn für eine Expedition zum Fitz Roy Massiv braucht man normalerweise mehrere Tage – Fabian und Felix machten daraus einen Tagesausflug. Die Zuschauer waren aber nicht nur von den Zahlen beeindruckt, sondern vor allem von den Bildern der Gebirge, Gletscher und aus der Flugperspektive. Bei den Videosequenzen des Gleitschirmstarts vom ziemlich stürmischen Gipfel ging ein deutliches Raunen durch den Saal. Bei aller Lockerheit, mit der Felix und Fabian ihre Erlebnisse und Empfindungen schilderten, war allen Zuhörern klar, dass es sich bei der Aktion um eine außergewöhnliche sportliche Leistung handelt und die Beiden damit Alpingeschichte geschrieben haben. Eine Geschichte, die nicht nur für die beiden sympathischen Alpinisten weitergehen soll, sondern in einem völlig neuen Kapitel des Expeditions-Alpinismus fortgeschrieben werden wird.
Für alle, die sich von den zwei erfrischend authentischen Extrem-Bergsportlern im Wildbadsaal haben in ihren Bann ziehen lassen, bleibt der Abend als außergewöhnliches Erlebnis in Erinnerung.